Herausforderungen und Möglichkeiten

Nicht immer können oder wollen alle Mitwirkenden am gesamten Forschungsprozess beteiligt werden. Für viele Menschen ist es ungewohnt, ihr Lebensumfeld mitzubestimmen. Vielleicht ist es neu für sie, mit anderen gemeinsam zu arbeiten. Anderen fällt es schwer, ihre Meinung zu sagen. Sie haben das nicht gelernt. Wieder andere möchten nicht, dass ihre Lebensumstände oder ihr Verhalten bekannt werden. Menschen aus bestimmten Gruppen können nicht frei über ihre Zeit oder ihr Leben verfügen (Drogenkonsumenten zum Beispiel oder Menschen in Haft). Andere können ihr Leben nicht an einem Alltagsschema ausrichten (Menschen ohne festen Wohnsitz zum Beispiel). Es gibt Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Menschen, die nicht gut deutsch sprechen. Es gibt Menschen, die Angst haben, mit anderen zu reden. Es muss respektiert werden, wenn sich jemand nicht so beteiligen möchte oder auch kann, wie es von anderen gewünscht ist. Jede Art von Beteiligung ist freiwillig.

Wenn sich Menschen nicht an Forschung beteiligen möchten, liegt es vielleicht aber auch daran, dass sie misstrauisch sind und schlechte Erfahrungen gemacht haben. Oder dass sie nicht verstehen, um was es in der Forschung gehen soll und welche Möglichkeiten sie damit haben können. Daher ist es immer gut zu versuchen, Menschen zur Beteiligung zu motivieren und zu ermutigen (siehe dazu auch „Empowerment“). Partizipative Forschung bedeutet auch, Vertrauen aufzubauen.

Auch für Beteiligte aus der Praxis (beispielsweise Sozialarbeiter/innen oder Vertreter/innen aus Verwaltungen) kann es Einschränkungen der Partizipation geben. Praktiker/innen unterliegen den Vorschriften ihrer Einrichtungen; sie haben einen beruflichen oder finanziellen Rahmen, den sie nicht ohne weiteres überschreiten dürfen. Menschen in Leitungsfunktionen haben politische Vorgaben zu erfüllen. Manchmal möchten sich die Mitarbeiter/innen  bestimmter Institutionen oder Behörde beteiligen, müssen ihre Teilnahme aber aus Zeitgründen, internen oder aus politischen Gründen absagen.

Auch gesetzliche Bestimmungen können die Möglichkeiten der Partizipation eingrenzen. So haben Menschen in sozialen Berufen oder medizinisches Personal eine Schweigepflicht in Bezug auf ihre Patient/inn/en oder Klient/inn/en. Sie können also nicht mit ihrem gesamten Wissen partizipieren. 

Wissenschaftler/innen stehen meist unter dem Druck, ein Forschungsprojekt in einem bestimmten Zeitraum abschließen und Ergebnisse liefern zu müssen. Sie haben dafür einen bestimmten finanziellen Rahmen, den sie nicht überschreiten dürfen Auch dies kann ein Grund sein, dass nicht so viele Akteure und Akteurinnen beteiligt werden können, wie es die Forschenden vielleicht wünschen. Sie müssen dann entscheiden, wie und wo eine Beteiligung sinnvoll ist und warum.

Wichtig ist, Gründe für Hindernisse der Partizipation zu erkennen und zu benennen. Vielleicht lassen sich diese Grenzen zu einem späteren Zeitpunkt beseitigen

Notiz:Hier vielleicht noch die bisherigen Erkenntnisse von Susanne K. und Reinhard einfügen bzw. Link zu einem geplanten Artikel.