Die ElfE Merkblätter

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die ElfE-Merkblätter vor. Wann die Merkblätter im Prozess entstanden sind und wie sie verwendet wurden, finden Sie im folgenden Text. Wenn Sie auf die Hervorhebungen klicken, öffnet sich das entsprechende Merkblatt. Die Merkblätter bilden den gesamten Forschungsprozess nur punktuell ab, können aber als Anregung in einem partizipativen Forschungsprozess hilfreich sein.

Der Rahmen der Zusammenarbeit

Der gesamte Forschungsprozess wurde gemeinsam mit den Eltern als Mitforschende (Peers) durchgeführt. Mit drei Forschungsteams wurde in regelmäßigen Forschungswerkstätten die Forschungsfrage, die Erhebungsmethode, das Instrument, die Datenerhebung sowie die Datenauswertung entwickelt und umgesetzt. Der methodische Input für die in Methoden der Sozialforschung zum Großteil nicht ausgebildeten Eltern wurde auf Flipcharts in die Forschungswerkstätten eingebracht. Ergänzend wurden Merkblätter entwickelt, damit im Laufe des Prozesses immer wieder darauf zurückgegriffen werden konnte. Diese Merkblätter wurden mit den Eltern abgestimmt.

Die Merkblätter sind Teil eines umfangreichen Projektordners. Alle Beteiligten hatten einen eigenen Ordner, in den neue Dokumente eingepflegt wurden. Er diente der Dokumentation der Forschungswerkstätten und enthält außerdem projektbezogene, organisatorische und inhaltlich-fachliche Informationen.

Zu Beginn des Peerforschungsprozesses wurden zunächst klare Absprachen zu den Regeln der Zusammenarbeit und im Laufe des Prozesses auch zu den anstehenden Aufgaben mit allen Beteiligten formuliert. Diese Arbeitsvereinbarung enthält beispielsweise eine Beschreibung der Aufgaben der Peerforschenden in der Erhebungsphase sowie die Angaben zum Honorar.

Von der Wissensgrundlage zur Forschungsfrage

ElfE zielte auf die Stärkung Gesundheitlicher Chancengleichheit und nahm die Daten der Schuleingangsuntersuchungen zum Ausgangspunkt. Um eine gemeinsame Grundlage zu schaffen, wurden diesbezügliche Studien und Berichte, überwiegend mit Bezug auf das Gebiet der Fallstudie Bezirk Marzahn- Hellersdorf in Berlin durch die Mitarbeitenden der ASH zusammengefasst. Es entstanden so Hintergrundinformationen zu den Bereichen Kita, (frühkindliche) Bildung und gesundheitliche Ungleichheit:

Damit Menschen zusammen partizipativ forschen können, ist es notwendig, sich mit den Themen Forschung und Partizipation auseinanderzusetzen. Nur so kann sich ein gemeinsames Verständnis bilden. Die jeweils erste Forschungswerkstatt jedes Forschungsteams befasste sich mit den Fragen „Was ist Partizipation?“ und „Was bedeutet Forschung?“. Hinzu kam ein „Modellhafter Ablauf Partizipativer Forschung“, der die Zielstellungen sowie relevante Fragen der einzelnen Phasen eines Forschungsprozesses bis zur Entwicklung des Erhebungsinstruments ergänzte. Dies war die gemeinsame Basis für den Arbeitsprozess bis zur Datenerhebung.

Die formalen und methodischen Aspekte einer guten Forschungsfrage sind voraussetzungsvoll. In einem nächsten Schritt wurden die Themen aller Beteiligten gesammelt und diskutiert. Erst dann wurde an der eigentlichen Fragestellung gearbeitet. Für diesen Prozess wurde die Checkliste zur Überprüfung der Forschungsfrage bereitgestellt. So konnten alle Forschungsgruppen nach und nach aus einem relevanten Thema eine gute Forschungsfrage formulieren.

Von der Methodenwahl zur Erhebung

Ist die Forschungsfrage festgelegt, wird die passende Forschungsmethode gewählt. Damit hier ebenfalls eine informierte Entscheidung der Beteiligten getroffen werden konnte, wurde der Forschungsmethoden-Überblick angefertigt. Er enthält in kompakter und verständlicher Weise wesentliche Informationen zum quantitativen und qualitativen Forschungsparadigma. Die Eltern entschieden sich für ein qualitatives Vorgehen. Zur Auswahl der passenden Erhebungsmethode diente der Überblick: Ausgewählte qualitative Forschungsmethoden. Er enthält Informationen zu Gruppendiskussionen, Einzelinterviews, kunstbasierten Methoden und Beobachtungen. Die Auswahl der Erhebungsmethoden wurde weiter eingegrenzt und im Vergleich: Einzelinterviews und Gruppendiskussionen vertieft.

Nachdem sich die Eltern für leitfadengestützte Einzelinterviews entschieden haben, wurden die Tipps zur Durchführung von Leitfadeninterviews und zur Formulierung von Interviewleitfäden genutzt, um gemeinsam die Interviews zu konzipieren. Bei der praktischen Umsetzung half die Checkliste: Interviews durchführen, die Durchführung von Interviews wurde zudem in Rollenspielen geübt. Die Interviews wurden von den Eltern einzeln und ohne Begleitung seitens der Projektmitarbeitenden durchgeführt. Um für ggf. emotional belastende Interviews eine Entlastung anzubieten und eine erste Grundlage für die Auswertung zu schaffen wurde das Format telefonischer Nachbesprechungen (De-Briefing) entwickelt. Auch für die Nachbesprechung der Interviews wurde ein Merkblatt verfasst.

Um die Audioaufnahmen der Interviews zeitnah und verschlüsselt von den Eltern zu den Projektmitarbeitenden zu bekommen, wurde ein Online-Tool verwendet. Da diese oft nicht selbsterklärend sind, wurden durch einen Mitforschenden die Hinweise zur Nutzung zusammengestellt.

Von den Transkripten zur Auswertung.

Im ElfE-Projekt wurde viel Wert auf eine gemeinsame Auswertung der transkribierten Interviews gelegt. Dafür wurde u.a. der Kodierprozess der Grounded Theory genutzt. Diese Kodierschritte geben viel Raum für Diskussion sowie Interpretation und passen daher gut zu einem partizipativen Forschungsprozess. Hierfür wurden folgende Merkblätter genutzt:

Im Rahmen eines „Big Discussion Day“ wurden die abgeleiteten Kategorien der drei Forschungsteams zusammengeführt und die folgende Kernkategorie gebildet: „Den Beziehungsalltag zwischen Eltern und Erzieher*innen in gegenseitigem Respekt und Vertrauen leben“.

Von der Forschung zum Transfer

An dieser Stelle beginnt die zweite Förderphase: ElfE² - Vom Modellprojekt zum Transfer in die Fläche.