Kommunale Entwicklung von Gesundheitsstrategien

Kommunale Entwicklung von Gesundheitsstrategien: Wissenschaft und Praxis im Dialog (KEG)

Das Forschungsprojekt KEG erforscht sogenannte Gesundheitsstrategien - KEG steht für "Kommunale Entwicklung von Gesundheitsstrategien". Das Ziel von Gesundheitsstrategien ist es, Angebote und Maßnahmen so aufeinander abzustimmen, dass sie die Gesundheit aller Menschen stärken. Verschiedene Fachkräfte von sozialen und Gesundheits-Einrichtungen, von Ämtern, aber auch bürgerschaftlich Engagierte arbeiten im Rahmen solcher Gesundheitsstrategien zusammen.

In der zweiten Phase des Forschungsprojekts KEG (erste Förderphase von 2015 bis 2018, zweite von 2018 bis 2021) führt die Hochschule Esslingen die Forschung in Hamburg fort. Dazu kooperiert sie weiterhin mit der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG). Weitere Partner*innen sind die Koordinierungsstelle für Gesundheitliche Chancengleichheit Hamburg (KGC) sowie die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz. Alle Beteiligten treffen sich regelmäßig, um zusammen die gesamte Forschung zu planen und umzusetzen – sie also partizipativ zu gestalten. Solche Forschungsgruppen von verschiedenen Beteiligten aus der Wissenschaft und der Praxis nennt man Wissenschaft-Praxis-Partnerschaften.

In KEG wurde in der ersten Forschungsphase ein Netzwerk in Hamburg, das eine Gesundheitsstrategie umsetzt, beforscht. Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser ersten Phase ist ein Beratungsinstrument entstanden – die Standortanalyse. Die Standortanalyse stützt sich auf das sogenannte Community Readiness-Konzept (Tri-Ethnic Center for Prevention Research 2014). Community Readiness kann mit „Bereitschaft für neue Projekte“ übersetzt werden. Mit der Standortanalyse wird eingeschätzt, wo ein Stadtteil oder eine Kommune im Aufbau von Gesundheitsstrategien steht. Und auch, was als nächstes für eine Gesundheitsstrategie zu tun ist.

Die Ziele der zweiten Forschungsphase von KEG sind,

  • die Standortanalyse in das Angebot der KGC Hamburg einzubetten. Die KGC berät und begleitet Fachkräfte, die Gesundheitsstrategien umsetzen.
  • die Standortanalyse in ganz Hamburg anzuwenden und die Anwendung zu erforschen,
  • sowie die Standortanalyse weiterzuentwickeln.
  • Darüber hinaus soll die partizipative Forschung vorangebracht werden.

 Forschungsgegenstand und -fragen:

In der zweiten Förderphase von KEG wird das Beratungsinstrument Standortanalyse weiterentwickelt. Die Fragen, die dazu erforscht werden, sind: Wie funktioniert die Beratung mit der Standortanalyse? Wie muss sie weiterentwickelt werden? Was bewirkt die Arbeit mit der Standortanalyse?

Methoden:

Die Mitarbeiterin der KGC Hamburg wendet die Standortanalyse in ihren Beratungen an. Sie berät damit Fachkräfte aus Hamburger Stadtteilen, die Gesundheitsstrategien umsetzen. In den Beratungen ist eine Beobachterin der HAG dabei. Sie dokumentiert diese Beratungen anhand von Fragen.

Wenn die Beratungen abgeschlossen sind, werden auch Interviews und Diskussionen mit den beratenen Fachkräften durchgeführt. Die Dokumentationen und die Interviews werden zusammen in der Wissenschaft-Praxis-Partnerschaft ausgewertet. Die Ergebnisse daraus dienen der Weiterentwickelung der Standortanalyse. Die Standortanalyse kann dann auch bundesweit genutzt werden.

Die Stadt Esslingen war in der ersten Forschungsphase auch eine Kooperationspartnerin der Hochschule. Die Stadt wird in der zweiten Forschungsphase weiterhin beraten und begleitet. Ziele sind für Esslingen,

·         gesundheitsförderliche Maßnahmen umzusetzen,

·         die Entwicklung einer Gesundheitsstrategie zu unterstützen,

·         und die Zusammenarbeit mit Krankenkassen zu stärken.

Literatur:

Cooperrider, D. L.; Whitney, D. & Stavros, J. M. (2008). The Appreciative Inquiry Handbook: For Leaders of Change. San Francisco: Berrett-Koehler Publishers.

Tri-Ethnic Center for Prevention Research (Hrsg.) (2014). Community Readiness for Community Change. Tri-Ethnic Center Community Readiness Handbook. Second Edition. Fort Collins: Colorado State University.

Wang, C. C. & Burris, M. A. (1997). Photovoice: concept, methodology, and use for participatory needs assessment. Health education & behavior, 24(3), 369-387.

Projektleiterin

Prof. Dr. Petra Wihofszky
petra.wihofszky@hs-esslingen.de

Projektmitarbeiterin

Sandra Layh
sandra.layh@hs-esslingen.de
Tel: 0711-397-4535

Ziele des Projekts

  1. Erkenntnisse über die Zusammenarbeit und Anliegen in der Gesundheitsförderung auf Stadtteilebene gewinnen und damit die (Weiter-)Entwicklung von Integrierten Kommunalen Gesundheitsstrategien (IKS) lokal unterstützen.
  2. Gewonnene Erfahrungen zu IKS für die Entwicklung von Transferangeboten für weitere Stadtteile, Bezirke und Kommunen in den beteiligten Bundesländern nutzen.
  3. Zur Weiterentwicklung partizipativer Forschung durch die Untersuchung kommunikativer und reflexiver Prozesse in Wissenschafts-Praxis-Partnerschaften beitragen.

Kooperationspartner

  • Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG)
  • Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg (BGV)
  • Bezirksamt Hamburg-Mitte